Markennews
Montag, 3. Dezember 2018

Die Migros hat Mehlwürmer im Regal

Seit letzter Woche bevölkern Heerschaaren von Mehlwürmern, Grillen und Heuschrecken die Regale grosser Migrosfilialen. Nein, es keine Insektenplage beim Detailhändler ausgebrochen. Die Migros versorgt Insektenliebhaber mit getrockneten Exemplaren spezieller Spezies. Neben Veganern, Flexitarieren und Pescitariern kommen nun auch die Entomophagier auf ihre Kosten. Das Experiment präsentiert sich schon auf seltsame Weise in den Regalen. Und man ist sich als Konsument nicht schlüssig, ob man den Griff zur Verpackung wagen soll. Zwei Reihen weiter stehen Mehl und Teigwaren und da drin will man ja beispielsweise das Krabeltier ja gar nicht finden.

Unsicher über Zukunft und Vermarktungschancen ist sich in der Zwischenzeit auch der Produzent der Krabeltiere. Die Firma Entomos aus Grossdietwil kam nie richtig auf Touren. Jetzt soll sie verkauft werden. 80 Tonnen wollte man im Jahr produzieren; davon ist man aber ein paar Lastwagenladungen entfernt. Kommt ein weiterer erschwerender Punkt hinzu. Gekrabel aus heimatlicher Produktion ist drei bis fünf Mal teurer, als europäisches Getier. So kostet ein Kilo Heuschrecke im Migrosregal 460.- Franken. 

So neu ist die Idee nun auch wieder nicht. Man findet beispielsweise in alten Deutschen Kochbüchern Maikäfer-Suppe. Laut Frankfurter Allgemeine muss man dafür pro Person 30 Käfer ohne Flügel und Beine in Butter anbraten und in Brühe garen, dann durch ein Sieb passieren. Na dann en Guete! (ASR)