Markennews
Mittwoch, 5. Juli 2017

Sind Regio-Labels bloss Werbung?

Schweizer Supermärkte vermarkten ihre Produkte gerne mit Regio-Labels. Nun wird Kritik laut: Die Regionen seien nicht klar definiert, es mangle an Transparenz.

 

Gurken aus dem Zürcher Oberland, Kirschen aus dem Baselbiet oder Aprikosen aus dem Wallis: Viele Kunden wollen bei den Produkten, die sie konsumieren, genau wissen, woher sie kommen. Das haben auch die grossen Supermarktketten gemerkt. Von Migros über Coop bis hin zu Volg haben die meisten Anbieter eigene Regio-Labels eingeführt.

Doch an diesen wird nun Kritik laut. Einige hielten zwar, was sie versprechen, bei anderen sei aber weitgehend unklar, wofür sie stehen, schreibt der «Sonntagsblick» in seiner aktuellen Ausgabe mit Bezug auf eine Auswertung der Schweizerischen Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). In dieser wurden die Regio-Labels in Bezug auf verschiedene Kategorien wie Transparenz, Unabhängige Kontrolle oder auch Verarbeitung in der Region bewertet.

Migros ist Testsieger

Klarer Testsieger: die Migros. Bei ihrem Label «Aus der Region. Für die Region» seien die Regionen klar definiert und unverarbeitete Produkte stammten zu 100 Prozent aus der Region selbst. In Fertigprodukten sei der Anteil regionaler Produkte ausserdem exakt festgelegt und es gebe unabhängige Kontrollen und transparente Richtlinien.

Trotzdem gibt es auch Kritik von der SKS. Die Migros definiere ihre Regionen nämlich zu grosszügig und zwar nach ihren Genossenschaften. «Die Migros Aare umfasst zum Beispiel die Kantone Bern, Aargau und Solothurn. Ein Produkt aus dem Berner Oberland ist somit in Dornach (in der Nähe von Basel) immer noch ein Regionalprodukt», wird Konsumentenschützerin Josianne Walpen im Artikel zitiert.

Volg, Landi und Spar enttäuschen

Allerdings sei dies immer noch besser als bei Coop, wo bei «Miini Region» für jedes Produkt andere Regeln gelten würden. Walpen: «Das ist verwirrend und für Regional-Label unglaubwürdig.» Enttäuschend schneiden ferner auch die Labels «Feins vom Hof», «Natürlich vom Hof» sowie «Frisch aus der Nachbarschaft» von Volg, Landi und Spar ab. Grund: Es gibt keine unabhängigen Kontrollen und gegenüber der SKS wollten die Ketten ihre Richtlinien nicht offenlegen.

Die drei Kritisierten verteidigen sich und erklären, ihre Labels seien keine eigentlichen Regio-Konzepte, sondern eher Marken für lokale Spezialitäten. Das wiederum macht es für die Konsumenten schwer. Wenn jedes Label letztlich etwas völlig anderes bedeutet, bleibt für sie de facto unklar, was wirklich dahinter steckt, so der Konsumentenschutz.

Quelle: http://www.20min.ch/finance/news/story/11589479